Interview mit Kevin Müllerke

Kevin Müllerke ist 1988 geboren und seit 2013 Mitglied der FDP Hennef. Er ist als Vermögensspezialist bei einer Bank in Köln tätig und hat 2018 den Vorsitz des Ortsverbands Hennef übernommen.

 

Warum bist Du in die FDP eingetreten?

 

Von allen politischen Parteien in Deutschland habe ich mit der FDP die größte Schnittmenge hinsichtlich politischer Themen und Einstellungen.

 

Nach der desaströsen Bundestagswahl 2013 und einem „Abgesang“ auf die FDP und die liberalen Werte, galt es Flagge zu zeigen, deshalb war ein Parteieinritt für mich die logische Konsequenz.

 

Natürlich findet man nicht alles gut, was auf Landes- bzw. Bundesebene passiert,  2009 bis 2013 gelten da als besonderer Maßstab, dennoch bin ich der Meinung, dass man politisch nicht wegschauen und sich ständig beschweren, sondern sich im Rahmen seiner Möglichkeiten, beruflich/zeitlich/familiär, politisch einbringen sollte.

 

In der Welt und in Deutschland ist aktuell so viel Bewegung, mit extremen Flanken von links und rechts, dass man Farbe bekennen muss.

 

Wo liegen Deine Schwerpunkte im Ortsverband?

 

Seit April 2018 als Ortsverbandsvorsitzender hat sich die Arbeit, die ehrenamtlich ist, verändert. Zuvor war ich einfaches Mitglied und danach Beisitzer im Vorstand.

 

Zum grundsätzlichen Aufgabenbereich eines Ortsverbandsvorsitzenden gehört u.a. die Organisation und Leitung von Veranstaltungen des Ortsverbandes. Weitere Themen sind die Mitgliederpflege (Ehrungen, Jubiläen), die Mitgliedergewinnung, die Initiierung und Mitwirkung an der Pressearbeit, die Wahlkämpfe vor Ort zu organisieren und als erster Ansprechpartner in Hennef für die FDP zu fungieren. Dies betrifft die Kontaktpflege zu anderen Organisation oder den Bürgern vor Ort als auch zu unserem Kreisverband.

 

Wir konnten schon einiges verändern, bspw. in der Öffentlichkeitsarbeit: Es gibt eine neue Homepage der FDP Hennef und über unsere Facebookseite werden die Bürger und Mitglieder regelmäßig über aktuelle Ereignisse der Fraktion als auch des Ortsverbandes informiert. Neben festen jährlichen geplanten Veranstaltungen, haben wir für unsere langjährigen Mitglieder einen Tag der Ehrungen veranstaltet, um einfach als Partei vor Ort „Danke“ zusagen. Im Grundsatz, sind wir professioneller und effektiver geworden. Ohne das Engagement eines jeden einzelnen, wäre das Ganze nicht zu bewerkstelligen.

 

Deshalb sehe ich es als meinen Hauptschwerpunkt an, dass Kollektiv zu fördern und mehr Mitglieder für die Parteiarbeit vor Ort in Hennef zu gewinnen.

  

Für welche Bereiche in der Fraktionsarbeit interessierst Du Dich besonders/ in welchen Ausschüssen bist Du?

 

Aktuell bin ich als Sachkundiger Bürger im Schulausschuss tätig und im Wirtschaftsausschuss als Vertreter von Uli Wilke eingesetzt. Darüber hinaus finde ich persönlich zwei bis drei weitere Ausschüsse sehr spannend.

 

Grundsätzlich sprechen wir über alle Ausschüsse und Sitzungen in der Fraktion, so dass in einigen Themengebieten das jeweilige Wissen eingebracht werden kann, in anderen geht es eher um Verständnisfragen. Niemand deckt mehr alle Bereiche heutzutage ab. Unsere Fraktionssitzungen sind lebhaft, teilweise werden Themen kontrovers diskutiert, Nach- und Vorteile abgewogen, verschiedene Ansätze verfolgt bzw. überprüft, um zu einer Entscheidung zu kommen.

 

Im Gesamtpaket macht diese politische Arbeit dann Spaß und erweitert den Horizont.

 

Was sind Deine politischen Ziele?

 

Als ich in die Partei eingetreten bin, habe ich mir die Frage nicht so konkret gestellt. Am Anfang wirkt viel in den jeweiligen Runden auf einen ein und die Lernkurve steigt.

 

Heute leite ich den Ortsverband eng zusammen mit dem Vorstandsteam, um die FDP in Hennef wieder in den Vordergrund zu stellen.  Wichtig ist mir persönlich, dass die FDP in Hennef Ihre eigene Note setzt und so auch nachhaltig wahrgenommen wird.

 

Als politisches Ziel muss es unserer Bestreben sein, bei der Kommunalwahl 2020 besser abzuschneiden als es bei der letzten Wahl der Fall war. Mit mehr Ratsmandaten kann deutlich aktiver Kommunalpolitik betrieben werden, als es aktuell der Fall ist.  Wir wollen Hennef mit gestalten, die Verantwortung übernehmen und nicht dabei zusehen. Mein individuelles Ziel ist es dabei mitzuhelfen, unsere Ideen und Vorschläge für Hennef zu realisieren.

 

Im Mai 2019 sind Europawahlen. Wie ist Deine Vision für Europa?

 

Das Europa gemeinsam in eine Richtung läuft und nicht auseinander fällt.

 

Ein Brexit hilft niemandem weiter. Das Bewegungen von rechten und linken Rändern eingefangen werden. Radikalisierung hat in der Historie noch niemandem geholfen. Deshalb ist ein gemeinsames stabiles Auftreten in der Welt unabdinglich für Europa. Die EU muss sich auch selber in Teilen neu erfinden und aufzeigen, dass Sie relevant für die Bürger ist. Effektivität und weniger Bürokratie sind da Stichwörter.

 

Auf der Gegenseite ist es dann wichtig, dass die Nationen keine politischen Alleingänge starten, wie es in Deutschland stetig praktiziert wird. Exemplarisch seien die Themen Diesel und Abgaswerte, Kohle- und Atomausstieg oder auch die Flüchtlingskrise genannt, die das Land in Teilen spaltet.

 

Europa steht vor sehr großen Herausforderungen, deshalb ist es so eminent wichtig, dass Europa gemeinsam liefert und die Zukunftsweichen zusammenstellt, anstatt sich einzeln aufzureiben oder wie Großbritannien abzuspalten.

 

Was kann Deiner Meinung nach in Hennef verbessert werden?

 

Es gibt immer Themen die gut funktionieren und Themen die optimiert werden können. Hennef hat definitiv Potenzial in den Feldern Ausbau der Infrastruktur, modernes Verkehrskonzept, zukunftsfähiges Gewerbekonzept, Steuerung von Steuereinnahmen, bspw. Entlastungen bei der Grundsteuer A für Mieter und Eigentümer, Anreize für eine lebendige Innenstadt zu schaffen, den Verwaltungsapparat zu verschlanken, bspw. durch Aufgabenübertragungen an den Kreis und viele weitere Themen, ohne jedes im Detail nennen zu wollen. Optimierungsmöglichkeiten gibt es zu jederzeit, es muss nur gelebt werden.

 

Was ist Dir an Hennef besonders wichtig?

 

Mir ist wichtig, dass Hennef seinen Charme behält und gleichzeitig lebendiger wird. Der Wohlfühlfaktor muss für Hennef sprechen. Dass sich die Stadt im Allgemeinen positiv entwickelt und sämtlichen Chancen, die Ihr geboten werden, versucht zu Nutzen und mutige Entscheidungen zu treffen, die Hennef zukunftsfähig machen.